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Diesen Pressebericht veröffentlichten die Westfälische Nachrichten am 11.09.2009: Münster - Wolfgang Stricker hat sich entschieden - und sein Vater freut sich, dass der Familienbetrieb Stricker in der Familie bleibt. Der 35-jährige Diplom-Wirtschaftsingenieur Wolfgang Stricker wird das Unternehmen Gummi Stricker im Gewerbegebiet an der Kleimannbrücke in dritter Generation weiterführen. Sein Vater, Joachim Stricker, möchte dagegen in zwei Jahren, wenn er 65 wird, ausscheiden.
Aber noch liegen zwei Jahre gemeinsame Geschäftigkeit vor den beiden Stricker-Chefs. Wenn der Vater mit dem Sohne . . . , dann soll der Generationswechsel wohl klappen. Stück für Stück möchte Joachim Stricker seinem Sohn die Geschäfte überlassen, die er seit nunmehr gut 40 Jahren führt. Damals, erinnert sich Stricker, sei er selbst mit 22 Jahren in das Unternehmen eingestiegen, das sein Vater 1931 gegründet habe.
Wolfgang Stricker ist 35 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Er war nach dem Studium in Berlin und dem Examen in Frankreich sechs Jahre lang für Daimler in Stuttgart tätig und meisterte dort Führungs- und Vertriebsaufgaben. Doch er habe sich bewusst für das Familienunternehmen Stricker und für Münster entschieden, sagt er.
Dass sein Sohn jetzt die Geschäfte übernehmen wird, betont der Vater, sei wichtig für die Zukunftssicherung des Unternehmens, das Joachim Stricker als technischen Nischenanbieter beschreibt. Und es dürfte auch eine Beruhigung für die 120 Beschäftigten (fünf davon sind am Standort Oldenburg tätig) sein.
Gummi Stricker konzentriert sich heute auf die Bereiche Gummiverarbeitung, Tortechnik und technischer Handel. Wobei Joachim Stricker vor allem im technischen Handel ein Zukunftspotenzial für das Unternehmen sieht. Das Angebotspaket mit Produkten, die unter anderem den Arbeitsschutzbereich abdecken, werde ausgebaut, so der 63-Jährige. Nicht zuletzt ermöglicht der Umzug der Tortechnik in einen Neubau im Gewerbegebiet Rudolf-Diesel-Straße Anfang des Jahres, dass der im Altbau gewonnene Platz für den technischen Handel genutzt werden kann.
Aber auch die Tortechnik mit Kunden wie Aldi, Rewe und Edeka, Schlachthöfen und Kühlhäusern sei ein wichtiger Unternehmensbereich, sagt Joachim Stricker. In dieser Branche sei die Wirtschaftskrise bisher noch nicht angekommen.
Etwas Kopfschmerzen bereitet ihm dagegen die Gummiverarbeitung, die unter anderem Förderbänder für Abfallwirtschaftsbetriebe, für Betonwerke sowie für die Automobilindustrie und für den Maschinenbau herstellt. Gerade die derzeitige Lage des Maschinenbaus wirke sich auch auf Gummi Stricker aus.
In seiner 40-jährigen Tätigkeit als Unternehmer, so Joachim Stricker, habe er einen solchen Einbruch wie er in den vergangenen Monaten registriert wurde, noch nie erlebt. „Inzwischen schieben wir einen Auftragsbestand von zwei Monatsumsätzen vor uns her“, freut sich Stricker. Wenn dieser nur bei drei bis vier Wochen liegt, so der Seniorchef, werde es problematisch. Kurzarbeit sei aber bei Gummi Stricker bisher nicht notwendig gewesen. Gleichwohl seien Mitarbeiter, die in Rente gegangen sind, nicht ersetzt, Leiharbeiter nicht mehr eingestellt und befristete Verträge nicht verlängert worden.
Joachim Stricker spricht aber auch von einem erfreulichen Anstieg des Auftragsbestandes. Er sehe Licht am Ende des Tunnels, den man aber immer noch nicht verlassen habe. Der 63-Jährige ist optimistisch, dass im vierten Quartal wieder bessere Umsätze gemacht werden können.
Er selbst hat bereits Pläne für die Zeit nach 65. Dann möchte Joachim Stricker seine unternehmerischen Erfahrungen als Coach von Führungskräften anbieten.
VON GABRIELE HILLMOTH, MÜNSTER
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